Venezuela: Eskalation nach weiteren Massenprotesten

Venezuela: Eskalation nach weiteren Massenprotesten

24.04.2017

Trotz der Massenproteste gegen die sozialistische Revolution und Politik von Präsident Nicolas Maduro verteidigte dieser zuletzt sein Vorgehen gegen den wachsenden Widerstand der Opposition und der Bevölkerung. Die zunehmend gewalttätigen Proteste und Unruhen forderten seit 4. April bereits mindestens 21 Todesopfer, mehr als 1.300 Personen wurden festgenommen. Regierungsgegener sowie –befürworter planen weitere Großdemonstrationen, neuerliche Straßenschlachten werden befürchtet. Maduro will nun 500.000 regierungstreue Angehörige der „Bolivarianischen Nationalmiliz“ bewaffnen, um das Land gegen „imperialistische Kräfte“ zu verteidigen. Der Opposition wird vorgeworfen, diese zu unterstützen und gemeinsam mit den USA einen Putsch zu planen. Daher würde die Opposition laut Maduro versuchen, Teile der Streitkräfte auf ihre Seite zu bringen. 

Der  Auslöser der jüngsten Gewalt waren Proteste gegen die vorübergehende vollständige Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments und die Befürchtung der Regierungskritiker, dass das Land nun endgültig zu einer Diktatur umgebaut werden könnte. Außerdem setzt sich auch die Versorgungskrise fort, da Devisen für den Import fehlen und die Gewalt im Land ist sprunghaft angestiegen. Die Regierung hat zuletzt angekündigt, die Goldreserven Venezuelas zu verkaufen um dringend benötigte Devisen zu beschaffen.