US-Angriff nach angeblichem Giftgaseinsatz

US-Angriff nach angeblichem Giftgaseinsatz

11.04.2017

Am Dienstag trat nach einem mutmaßlichen syrischen Luftangriff in Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib giftiges Gas aus, laut Berichten kamen dabei bis zu 86 Menschen ums Leben. Die USA gaben kurz darauf bekannt, dass mit dem Angriff mehrere „rote Linien“ überschritten wurden und forderten Russland auf, die Unterstützung für das syrische Regime zu überdenken. In der Nacht auf Freitag feuerten schließlich US-Kriegsschiffe vom östlichen Mittelmeer aus 59 Marschflugkörper auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Shairat bei Homs ab, von dem aus die Luftangriffe auf Chan Scheichun geflogen worden sein sollen. 23 Flugkörper trafen den Stützpunkt und zerstörten dort mehrere Gebäude und mindestens fünf Kampfflugzeuge, eine Piste blieb intakt. In einer ersten öffentlichen Stellungnahme nach dem Angriff forderte Präsident Trump die Staatengemeinschaft auf, den Einsatz von chemischen Waffen nicht zu tolerieren.

Als Reaktion auf den amerikanischen Alleingang setzte Russland das mit den USA geschlossene Abkommen über die Vermeidung von Zusammenstößen im syrischen Luftraum aus und tauscht nun keine Daten über Flugbewegungen mehr mit den USA aus. Die USA warfen Russland vor, bei der Sicherstellung und Zerstörung von Chemiewaffen in Syrien versagt zu haben. 

US-Außenminister Rex Tillerson sprach sich zuletzt für die Absetzung des syrischen Präsidenten Bashar Al-Assads aus, diese Linie vertreten die USA auch innerhalb der UNO. Unterdessen sagte Präsident Al-Assad in einem Interview, dass er im Bürgerkrieg mittlerweile keine Chance mehr für eine Verhandlungslösung sieht, und er deshalb einen militärischen Sieg anstrebe.