Simbabwe: Ende der Ära Mugabe

Simbabwe: Ende der Ära Mugabe

20.11.2017

Nach 37 Jahren unter der Führung von Robert Mugabe steht Simbabwe vor einem politischen Neuanfang. Am Mittwoch vergangener Woche waren zunächst mehrere gepanzerte Fahrzeuge der Armee in Harare aufgefahren und hatten einige Regierungsgebäude und den Rundfunksender besetzt. Robert Mugabe traf kurz darauf mit einer Delegation aus Südafrika zusammen und trat am Wochenende noch einmal bei einer öffentlichen Veranstaltung auf. Entgegen den Erwartungen der meisten Beobachter erklärte er dabei nicht seinen Rücktritt, sondern rief seine Landsleute zur Einheit auf.

Am Montag machten dann Berichte die Runde, laut denen Mugabe mit seiner Partei ZANU-PF einen Deal für seinen Rücktritt abgeschlossen habe. Laut diesem Abkommen sollte Mugabe auf seinen Posten verzichten, im Gegenzug soll ihm und seiner Frau Grace Straffreiheit zugesichert worden sein. Die Führung der ZANU-PF ist inzwischen klar von Mugabe abgerückt und hat ihm ihre Gefolgschaft entzogen. Am Dienstag tritt in Harare das Parlament zusammen um über eine Amtsenthebung abzustimmen. Auch das Kabinett wurde zu einer Sondersitzung einberufen, über die Agenda ist offiziell nichts bekannt. Der Nachfolger von Robert Mugabe dürfte Emmerson Mnangagwa werden, der wegen seiner jahrelangen Zusammenarbeit mit dem Präsidenten aber umstritten ist.

Insgesamt ist die Lage in Zimbabwe vergleichsweise ruhig, die Sicherheitskräfte haben die Lage unter Kontrolle. Am Samstag versammelten sich hunderttausende Menschen in Harare, um friedlich den anscheinend bevorstehenden Rücktritt von Mugabe zu feiern.