Philippinen: Kriegsrecht in Mindanao verhängt

Philippinen: Kriegsrecht in Mindanao verhängt

30.05.2017

Präsident Rodrigo Duterte verhängte am vergangenen Dienstag das Kriegsrecht über die Insel Mindanao im Süden des Landes und räumte damit den Sicherheitskräften lokal weitreichende Befugnisse ein. Anlass für die Maßnahme war ein Angriff der Terrororganisation Maute Group auf die Stadt Marawi, wo sich seither die Jihadisten und die Sicherheitskräfte seither heftige Gefechte liefern. 

Die Maute Group war bis vor kurzem weitgehend unbekannt und überwiegend im Bereich der Organisierten Kriminalität aktiv. Inzwischen hat sie sich, ebenso wie die berüchtigte Abu Sayyaf Group, dem Islamischen Staat angeschlossen und durch einige spektakuläre Operationen auf sich aufmerksam gemacht. Die philippinische Regierung hat ein hartes Vorgehen gegen die Jihadisten angekündigt und speziell für die laufenden Operationen neue Präzisionswaffen aus Russland beschafft. 

Laut Schätzungen verfügt die Maute Group über ca. 260 Kämpfer, unter den Jihadisten sollen sich aus Ausländer aus anderen islamischen Ländern befinden. Offiziellen Angaben zufolge wurden bisher mehr als 30 Jihadisten bei den Kämpfen getötet, insgesamt dürften im Lauf der letzten Woche mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sein. Am Montag drohte Präsident Duterte, den Kriegszustand auf das ganze Land auszuweiten da die Jihadisten auch in anderen Teilen der Philippinen präsent seien.