Kolumbien: Waffenstillstand mit ELN unterzeichnet

Kolumbien: Waffenstillstand mit ELN unterzeichnet

04.10.2017

Am Sonntag ist nach monatelangen Verhandlungen der Waffenstillstand zwischen der linksgerichteten Guerillagruppe ELN (Nationale Befreiungsarmee) und der Regierung in Kraft getreten. Die ELN hatte seit den 1960er Jahren gegen die kolumbianische Armee gekämpft, zuletzt hatten ihr bis zu 1.500 Kämpfer angehört. 

Der Waffenstillstand folgt einem Abkommen mit der Rebellengruppe FARC, die jahrzehntelang einen Kleinkrieg gegen die Regierung geführt hatte. Die FARC wurde mittlerweile entwaffnet und hat sich in eine politische Partei transformiert. Das Abkommen mit der FARC war zunächst wegen der umstrittenen Amnestieregelungen in einem Referendum knapp abgelehnt worden, schließlich hatte man sich aber auf eine politische Lösung geeinigt.

Mit dem Waffenstillstand mit der ELN ist nun einer der längsten innerstaatlichen Konflikte in Südamerika offiziell beendet, die Aussöhnung der ehemaligen Konfliktparteien wird Land und Gesellschaft allerdings noch herausfordern. Da sowohl die FARC als auch die ELN in den letzten Jahrzehnten massiv in die Drogenproduktion involviert waren, dürften die Abkommen auch Auswirkungen auf Nachbarländer haben, die wichtige Transitländer für die Drogenlieferungen waren.