Kenia: Unruhen nach Präsidentschaftswahlen

Kenia: Unruhen nach Präsidentschaftswahlen

14.08.2017

Am Dienstag letzter Woche wurden in Kenia Parlament, Präsident und Lokalregierungen gewählt. Die Wahl fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt, nachdem es vor zehn Jahren zu schweren Unruhen gekommen war. Nach dem Ausbruch von politischer Gewalt waren damals mehr als 1.100 Personen ums Leben gekommen. Um eine Wiederholung der Ausschreitungen zu verhindern, waren während der aktuellen Wahl 180.000 Polizisten im Einsatz. Die Lage ist heuer besonders angespannt, da sich der Wahlkampf verstärkt auf die ethnische Herkunft der Kandidaten konzentrierte und weniger auf inhaltliche Programme gesetzt wurde. Außerdem haben sich durch eine stärkere Dezentralisierung der Macht durch die Einführung von Bezirksregierungen im Jahr 2010 die Konflikte stärker auf die lokale Ebene verlagert, was die Lage weiter aufheizt. 

Bereits kurz nach der Verkündung des Wahlsiegs von Uhuru Kenyatta (von der Volksgruppe der Kikuyu) kam es zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und jenen des Herausforderers Raila Odinga (Angehöriger der Luo).  In einem Armenviertel von Nairobi lieferten sich Mitglieder der Kikuyu- und der Luo-Volksgruppe Kämpfe, bei denen mindestens 24 Menschen getötet wurden. Raila Odinga hat bereits angekündigt, dass er weiter um das Präsidentenamt kämpfen will, eine rasche Stabilisierung der Lage ist vorerst also nicht absehbar.