Irak: Regierungstruppen nehmen Kirkuk ein

Irak: Regierungstruppen nehmen Kirkuk ein

16.10.2017

Die Lage im Nordirak ist in den letzten Tagen massiv eskaliert. Nach mehrwöchigen gegenseitigen Drohungen haben irakische Regierungstruppen und schiitische Milizen in der Nacht auf Montag die Stadt Kirkuk angegriffen und den lokalen Militärflughafen sowie mehrere Ölfelder eingenommen. Die vor Ort eingesetzten kurdischen Peshmerga haben sich weitgehend kampflos zurückgezogen, auch tausende Zivilisten flohen aus der Stadt. Die irakische Zentralregierung hat unterdessen den Gouverneur der Provinz Kirkuk sowie mehrere Bürgermeister per Dekret abgesetzt und durch Araber ersetzt. Das Oberkommando der Peshmerga hat die Operationen in einer ersten Reaktion als „flagrante Kriegserklärung“ bezeichnet und wirft dem Iran vor, die Offensive militärisch zu unterstützen.

Die Türkei erwägt unterdessen, einen Grenzübergang in den Nordirak sowie ihren Luftraum für Flüge nach Erbil und Sulaymaniyah zu sperren.

Die US-Truppen im Irak verhalten sich bisher neutral, die US-Botschaft in Bagdad warnte vor einer weiteren Eskalation. Mehrere Politiker in Washington verurteilten die Angriffe der Regierungstruppen scharf und kritisierten, dass der Iran zur jüngsten Eskalation beigetragen habe.