Irak: Mossul vom IS befreit

Irak: Mossul vom IS befreit

11.07.2017

Der irakische Premierminister Haidar al-Abadi gab am vergangenen Montag in Mossul die Befreiung der Stadt vom Islamischen Staat bekannt. Die Operation hatte sich länger als ein halbes Jahr hingezogen, etwa die Hälfte der Stadt wurde durch die Gefechte in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt wurden 900.000 Menschen vertrieben, 200.000 von ihnen konnten bereits zurückkehren. Derzeit wird die Stadt von letzten Widerstandsnestern gesäubert, außerdem müssen noch zahlreiche Sprengfallen und Blindgänger geräumt werden. 

Mit Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak endgültig gefallen. Es wird damit gerechnet, dass sich die verbliebenen Jihadisten nun in die Peripherie zurückziehen könnten um von dort ihre terroristischen Aktivitäten wieder aufzunehmen. Die nächste Herausforderung für die Regierung wird nun darin bestehen, den militärischen Erfolg in eine politische Neuordnung umzumünzen. Die irakischen Sunniten, die sich bisher an den Rand gedrängt fühlten, müssen nun in den politischen Prozess eingebunden werden um das Land langfristig zu stabilisieren. Daneben haben die Kurden ein Unabhängigkeitsreferendum im Herbst angekündigt und werden ebenfalls auf ihre Interessen bei der Neuordnung der irakischen Innenpolitik bestehen.