Irak: Konflikt um Unabhängigkeit der Kurden eskaliert

Irak: Konflikt um Unabhängigkeit der Kurden eskaliert

23.10.2017

Der Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen des kurdischen Teils des Nordirak ist letzte Woche deutlich eskaliert. Am Freitag traten in den Morgenstunden irakische Einheiten und schiitische Milizionäre zu einem Angriff auf die Stadt Pirde (Altin Köprü) an der Grenze zwischen den Provinzen Kirkuk und Erbil an und lieferten sich dort heftige Gefechte mit kurdischen Peshmerga. Gleichzeitig rückten Angehörige der schiitischen Miliz Hashd al-Shaabi auch in anderen Grenzgebieten der Kurdischen Regionalregierung vor und besetzten operativ wichtige Positionen in den Provinzen Kirkuk, Diyala und Niniveh. Derzeit behaupten sowohl die irakischen Streitkräfte als auch die Peshmerga, die operativ wichtige Stadt Pirde zu kontrollieren. Die irakische Armee betonte, dass sie lediglich bis an die Provinzgrenze vorrücken wolle und ein weiterer Vorstoß nach Erbil nie geplant gewesen sei. Laut der Kurdischen Regionalregierung sollen im Zuge der jüngsten Kampfhandlungen insgesamt mehr als 150.000 Menschen vertrieben worden sein, die UNO hat diese Zahlen allerdings relativiert.

Die kurdische Führung hat sich für Verhandlungen ohne Vorbedingungen ausgesprochen, Bagdad hat allerdings am Samstag seine Bedingungen für Gespräche bekanntgegeben. So müsse die KRG zunächst die territoriale Integrität des Irak anerkennen, Flughäfen und Grenzübergänge an die Zentralregierung übergeben, die Peshmerga und sonstige Sicherheitskräfte den irakischen Streitkräften unterstellen und alle Handlungen unterlassen, die gegen die Verfassung gerichtet sind.