Afghanistan: Neue US-Strategie stärkt afghanische Regierung

Afghanistan: Neue US-Strategie stärkt afghanische Regierung

30.08.2017

Am vergangenen Sonntag verübten die Taliban in der Provinz Helmand einen Sprengstoffanschlag auf einen Militärkonvoi, bei dem 13 Personen getötet wurden. Es handelt sich dabei um den ersten großangelegten Anschlag auf Sicherheitskräfte seit der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan verstärken zu wollen. 

Insgesamt hat sich die Sicherheitslage im Land in den vergangenen Monaten merklich verschlechtert. Präsident Trump hatte daher eine Überarbeitung der US-Strategie in Auftrag gegeben und erste Entwürfe zunächst verworfen. Mitte August einigte sich die US-Regierung dann auf eine Truppenaufstockung um den Kampf gegen die Taliban und den IS effektiver führen zu können. Gleichzeitig wolle man zukünftig auf die Innenpolitik des Landes weniger Einfluss nehmen. Die Taliban kündigten eine Intensivierung ihrer Aktivitäten an, die afghanische Regierung in Kabul begrüßte die neue US-Strategie. Laut Berichten aus dem Umfeld des Pentagon sollen nun ca. 4.000 Mann zusätzlich nach Afghanistan entsandt werden, auch Großbritannien dürfte seine Sondereinsatzkräfte vor Ort verstärken.

Militärisch ist die Aufstockung um 4.000 Mann nicht signifikant und dürfte am laufenden Vormarsch der Taliban und ihrer Verbündeten wenig ändern. Die wichtigste Neuausrichtung dürfte darin bestehen, dass die USA auf die innenpolitischen Strukturen Afghanistans weniger Einfluss nehmen wollen. Naturgemäß findet dies den Applaus der afghanischen Regierung, die mit der neuen US-Strategie ein klares Bekenntnis zur Unterstützung durch die USA und auch mehr politische Handlungsfreiheit erhalten hat.